Herr Honegger: Als Leiter Marktforschung bei DENNER stehen Sie mitten in der Effizienzmessung von Sponsoring-Kampagnen. Die Spieler der Eishockey-Nationalmannschaft tragen den DENNER-Schriftzug auf den Helmen, also in die ganze Welt. Wie messen Sie die Wirkung einer solchen Kampagne?
Wir erheben klassische Funnel KPIs und erheben dabei u.a. die Awareness, die Aktivierung, sowie den Markenfitdes Sponsoring in der Bevölkerung. Zudem messen wir die Anzahl und Qualität der Kontakte nach Kommunikationskanal und berechnen u.a. einen Werbeäquivalenzwert in CHF.
«BrainE4 setzt konsequent auf User-Generated-Content.»
Wenn wir beim Thema Befragung einhaken: Was ist für Sie der fundamentale Unterschied zwischen der Arbeitsweise von BrainE4 und den traditionellen Methoden, die Sie tagtäglich nutzen?
Der entscheidende Unterschied liegt in einer Kernfunktion der Marktforschung: der sogenannten Bestätigungsfunktion. In der klassischen Marktforschung gehen wir fast immer mit einer festen Hypothese ins Feld. Ganz salopp gesagt: Die Leute können bei Fragen zur Marken-Zuordnung einfach nur „Ja“ oder „Nein“ ankreuzen. Wir überprüfen dann, ob wir die gesetzte Zielgrösse – beispielsweise eine gestützte Bekanntheit von 95 % unter den Hockeyfans – erreichen.
«Das mandantenfähige Live-Dashboard ist sehr gelungen.»
Und bei BrainE4?
Bei BrainE4 ist das Prinzip ein anderes, weil es konsequent auf User-Generated-Content setzt. Natürlich geben wir auch hier durch die Fragestellung einen Gedankenraum vor. Aber die Teilnehmenden sind nicht in ein vorgegebenes Antwortkorsett eingesperrt. Sie bringen ihre eigenen, ungefilterten Ansichten und Lösungswege direkt in das System ein. Das ist der Vorteil: Neben der Validierung unserer eigenen Vermutungen kommen plötzlich völlig neue Aspekte, qualitative Sweet-Spots und Lösungsansätze ans Licht, die wir intern auf der Führungsebene vorher überhaupt nicht auf dem Radar hatten. BrainE4 holt das ab, was sich im Dunkeln der Köpfe verbirgt – und zwar hocheffizient aus einem einzigen Guss.
Sehen Sie noch weitere Unterschiede?
Ein wesentliches Merkmal von BrainE4 ist der kollektive, fast schon dialogische Charakter. Die Teilnehmenden kommunizieren bei dieser Befragungsform indirekt miteinander, indem sie die Antworten und Ideen der jeweils anderen in einem gamifiziertPaar-Duell bewerten. Bei herkömmlichen quantitativen Marktforschungsmethoden gee die Leute streng isoliert mit dem Institut, und Sie als Analysten müssen danach die Essenz aus tausenden Einzelstimmen herausdestillieren.
Wie bewerten Sie diesen kollaborativen Ansatz im Praxiseinsatz?
Am Ende des Tages nutzen wir hier die Wisdom of the Crowd – die kollektive Intelligenz einer Gruppe. Die Teilnehmenden müssen sich nicht durch endlose Freitexte quälen oder in mühsame Wortgefechte verstricken. Stattdessen ranken sie die eingegebenen Ideen im direkten Vergleich. Durch dieses mathematische Turniersystem filtert die Community die tragfähigsten Ansätze ganz von alleine heraus. Es entsteht eine organische Dynamik, die mit herkömmlichen Fragebögen schlicht unmöglich ist.
«Das ist ein echter, moderner Dialog auf Augenhöhe.»
DENNER hat BrainE4 kürzlich für eine umfassende interne Befragung des gesamten Führungskaders eingesetzt.
Die Ausgangslage war anspruchsvoll: Vor dem Hintergrund einer gedämpften Umsatzentwicklung ging es darum, prozessuale Schwachstellen und kulturelle Barrieren vertieft zu analysieren, sowie tragfähige Lösungswege zu entwickeln.
Welche Erfahrungen haben Sie während dieses Prozesses gemacht und wie haben die Führungskräfte reagiert?
Die Resonanz lag über meinen Erwartungen. Wir hatten eine hervorragende Teilnahmequote von fast 75 %. Für eine Befragung auf Kaderstufe zu solch sensiblen Themen über die Weihnachtszeit ist das ein sehr guter Wert. Wenn man die Führungskräfte in einer strukturell schwierigen Phase abholt, braucht es ein Instrument, das sich frisch anfühlt. Das Tool hat im Feld gut funktioniert.
«Hier nutzen wir die Wisdom of the Crowd – die kollektive Intelligenz einer Gruppe.»
Wie haben die Teilnehmenden reagiert?
Die Leute haben das System rasch begriffen und angenommen. Sie haben sich viel Zeit genommen, um die Thesen zu bewerten und eigene Vorschläge einzubringen. Es hat einen spürbaren Gamification-Charakter, der die Leute einfach packt. Man sieht sofort: Das ist keine administrative Pflichtübung, sondern ein moderner Dialog auf Augenhöhe.